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    Joseph Haydn: Symphonien
    Wiener Philharmoniker, Zubin Mehta, Christoph von Dohnányi, Pierre Boulez, Franz Welser-Möst, Nikolaus Harnoncourt

    Vienna Philharmonic Records WPH-L-H-2009/1/2/3


    "Das Besondere ist alles: weil er einfach zu den Großen gehört, und bei denen ist jeder Aspekt perfekt ausgeprägt" - Nikolaus  Harnoncourt über Joseph Haydn. Christoph von Dohnányi stößt in dasselbe Horn: "Er ist ein unglaubliches Genie gewesen, das weiß man. Um ihn wirklich zu genießen, braucht man Vorbildung". Doch wie kommt man zu dieser Vorbildung? Vielleicht auch mit der neuesten Veröffentlichung der Wiener Philharmoniker, dessen Beiheft diese Zitate exemplarisch entnommen sind.

    Dabei sind die Philharmoniker hier Interpreten und Herausgeber gleichermaßen, mit ihrem Plattenlabel „Vienna Philharmonic Records“, auf dem seit 2006 in regelmäßigen Abständen bis dato unveröffentlichte Live-Aufnahmen des Orchesters der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden. Im aktuellen Falle sind das, auf insgesamt drei CDs, 170 Minuten Haydn pur. Die Dirigenten der vorliegenden Live-Mitschnitte aus Wien und Luzern sind dabei, neben den bereits erwähnten Nikolaus Harnoncourt und Christoph von Dohnányi, Zubin Mehta, Pierre Boulez und Franz Welser-Möst. Über 37 Jahre spannen sich die Aufnahmen der sechs Symphonien aus den 1760er beziehungsweise den 1790er Jahren.

    Ein besonderer Bonus für alle Freunde der Wiener Philharmoniker und Anhänger von Nikolaus Harnoncourt ist die kurze Konzerteinführung zur musikhistorisch nicht ganz korrekt bezeichneten "Symphonie mit dem Paukenwirbel". Abseits dieser exklusiven Einleitung gibt für jede der hier veröffentlichten Symphonien Nr. 12, 22, 26, 93, 98, 103 und 104 fundierte Kurzbeschreibungen von Prof. Dr. Otto Biba, Archivdirekor der Gesellschaft der Musikfreunde in Wien. Viel schwieriger zu beschreiben sind da schon die unbestreitbaren Klangqualitäten der Philharmoniker, die "ihrem" Haydn mit einem schlanken, doch vielschichtigen Klang, einem luziden, gleichsam farbigen Ton und spritzigen Tempi heutiges Musikleben einhauchen. Eine Sonderedition, die sich ihren Namen auch redlich verdient hat. (sr)