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  •   Sonaten von Elisabeth Jacquet de La Guerre.

    Sonaten von Elisabeth Jacquet de La Guerre
    La Rêveuse


    Mirare. MIR 105

    Elisabeth Jacquet de La Guerre war in der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts eine der angesehensten musikalischen Begabungen Frankreichs – gelobt für ihr gekonntes Cembalospiel, ihr Improvisationstalent und souveränes Blattsingen. Die Beschäftigung mit ihrem Werk bringt zudem eine lohnenswerte musikgeschichtliche Entdeckung: Mit der Tragédie lyrique „Céphale et Procis“ – 1694 uraufgeführt – schuf Elisabeth Jacquet de La Guerre die erste von einer Frau komponierte Oper in Frankreich überhaupt.
    Auch sonst verlief das Leben der um 1665 in Paris geborenen aus damaliger Sicht un- bzw. außergewöhnlich:

    Elisabeths Eltern ermöglichten nämlich nicht nur den beiden Söhnen, sondern auch der Tochter, dem Wunderkind in der Familie, Musikunterricht. Das Talent der kleinen Mademoiselle begeisterte sogar König Ludwig XIV. dermaßen, dass er Elisabeth für einige Jahre am Hof zur Ausbildung behielt – Kontakte zu anderen Musikern im royalen Umfeld wie etwa Lully inklusive. Auch Couperin dürfte sie gekannt haben.
    Später veranstaltete die Komponistin und mittlerweile Witwe des Organisten Marin de La Guerre regelmäßig Hauskonzerte und gab Unterricht.

    In ihren Werken verbindet Elisabeth Jacquet de La Guerre französische und italienische Stilelemente, orientiert sich analog zur musikalischen Mode an Corelli und setzt sich mit der gerade entstehenden Sonate auseinander.
    Bis über die Mitte des 18. Jahrhunderts finden sich Einträge zur Person de la Guerre in einschlägigen Publikationen. Danach gerieten die Komponistin und ihr Schaffen in Vergessenheit. Seit den 1950er Jahren werden beide verstärkt aus dem Dornröschenschlaf geholt.

    Mit viel Elan, sinnesfreudig und klangschön interpretiert das von Benjamin Perrot und Florence Bolton gegründete Ensemble „La Rêveuse“ diese wiederentdeckten Barocksonaten. Variantenreich besetzt mit Violine, Gambe, Orgel, Cembalo und Theorbe. Eine schöne Repertoireerweiterung mit musikhistorischem Mehrwert. (me)

    • Samstag, 31. Juli 2010, 07.35 Uhr und 17.15 Uhr.


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