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Samstag, 19. April 2014
© Schelhammer & Schattera




CD der Woche-Archiv


© harmonia mundi

  • Gewinnspiel
  • Archiv
  •   Adagios und Fugen.

    Adagios & Fugues
    Interpret(en): Akademie für Alte Musik Berlin
    Label: HMC
    EAN: 3149020215920
     

    Johann Sebastian Bach starb 1750 und wurde erst 1829 durch Felix Mendelssohn Bartoldy wiederentdeckt. So heißt es immer wieder – doch stimmt das auch? Auf ihrer neuen bei harmonia mundi erschienenen CD beweist die Akademie für Alte Musik Berlin, dass Bach auch vorher nicht ganz vergessen war: Mozart hat sich nämlich mit seiner Musik beschäftigt.

    Zaghaft erklingen die ersten Töne der Fuge in b-Moll BWV 849 aus dem Wohltemperierten Klavier. Immer deutlicher und entschiedener kommen die einzelnen Stimmen des Streichquintetts hinzu, um sich mehr und mehr zu verflechten. Für die Fuge in a-Moll BWV 867 hingegen wurde eine reine Bläserbesetzung gewählt.

    Kennengelernt hat Wolfgang Amadeus Mozart die Sammlung von Präludien und Fugen für Klavier über Baron Gottfried van Swieten, den Präfekten der Wiener Hofbibliothek. Der wiederum hatte sie als kaiserlicher Gesandter am preußischen Hof in Berlin gehört und von dort Handschriften und Drucke mitgebracht.

    Zu van Swietens musikalischen Matineen, in denen er die Musik von Bach und Händel vorstellte, war auch Mozart eingeladen – und er brachte eigene Kompositionen im Bach’schen Stil mit, wie etwa die Fuga à due Cembali KV 426 oder Adagio und Fuge in c-Moll KV 546 für Streichorchester.

    Mozarts Bearbeitungen aus Bachs Wohltemperiertem Klavier sowie seine Eigenkompositionen im Stil Bachs sind bei der Akademie für Alte Musik Berlin in den besten Händen. Wissenschaftlich fundiert lässt sich im Booklet nachlesen, was auf der CD klangschön umgesetzt ist. (mvh)

    • Samstag, 19. April 2014, 07.35 und 17.15 Uhr.
    • Sonntag, 20. April 2014, 09.35 Uhr.


    © Carus

  • Gewinnspiel
  • Archiv
  •   Motetten von Homilius.

    Motetten II
    Interpret(en): sirventes Berlin, Stefan Schuck
    Label: Carus
    EAN: 4009350832664
     

    2014 ist nicht nur ein Jubiläumsjahr für Carl Philipp Emanuel Bach, dessen Geburtstag sich heuer zum 300. Mal jährt. Genauso alt wurde am 2. Februar Gottfried August Homilius. Bei Carus erscheint zu diesem Anlass eine CD mit seinen Motetten, aufgenommen vom Vokalensemble sirventes berlin.

    Das Responsorium Domine ad adiuvandum me gehört zu den bekanntesten Kompositionen von Gottfried August Homilius – sogar eine Tatort-Folge beginnt damit. Aus den rund 60 Motetten von Homilius hat das Vokalensemble sirventes berlin 15 ausgewählt und zum großen Teil als Weltersteinspielung aufgenommen.

    Seit 1755 war Homilius Kantor der Kreuzkirche und Musikdirektor der drei Hauptkirchen Dresdens. Davor war er 13 Jahre lang bereits Organist der Frauenkirche gewesen und hatte hauptsächlich Orgelmusik komponiert. Studiert hat er vermutlich bei Johann Sebastian Bach in Leipzig.

    Seinen Zeitgenossen galt Homilius als der beste Kirchenkomponist der Zeit. Seine Motetten sind frühklassisch, d.h. trotz einiger Fugen meist homophon, voll empfindsamer Melodien und expressiver Harmonien. Die Musik soll dem Text entsprechen und direkt zu Herzen gehen. Besonders schöne Beispiele sind das Magnificat und die Motette Dennoch bleib ich stets an dir.

    Das Vokalensemble sirventes berlin setzt sich aus Solisten des Berliner Rundfunkchors, des RIAS-Kammerchors sowie freiberuflichen Sängerinnen und Sängern zusammen. Unter der Leitung von Stefan Schuck beweisen sie auf dieser CD, dass Gottfried August Homilius‘ Motetten es wert sind, auch heute noch gehört zu werden. Strahlend klar und schön. (mvh)

    • Samstag, 12. April 2014, 07.35 und 17.15 Uhr.
    • Sonntag, 13. April 2014, 09.35 Uhr.


    © DG

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  • Archiv
  •   Schumanns Symphonien.

    Schumanns Symphonien
    Interpret(en): Chamber Orchestra of Europe, Yannick Nézet-Séguin
    Label: DG
    EAN: 0028947924371
     

    Bei seinem Salzburger Debüt 2008 mit Gounods „Roméo et Juliette“ waren Publikum und Kritiker gleichermaßen begeistert von dem jungen kanadischen Dirigenten Yannick Nézet-Séguin. Mittlerweile ist er Chefdirigent in Rotterdam und beim Philadelphia Orchestra und gastiert weltweit. Nun hat er sich mit dem Chamber Orchestra of Europe den Symphonien Robert Schumanns angenommen – erschienen ist die Aufnahme bei der Deutschen Grammophon.

    Kein Zweifel – das Chamber Orchestra of Europe verfügt über hervorragende Bläser, was diesen live bei Konzerten in Paris aufgenommenen Symphonien von Robert Schumann sehr zugute kommt.

    Yannick-Nézet-Séguin hat sich für eine kleinere Besetzung mit je neun ersten und neun zweiten Violinen sowie sechs Bratschen, fünf Celli und vier Kontrabässe entschieden, damit das Gleichgewicht zwischen Streichern und Holzbläsern besser gelingt. Dadurch verlieren die Symphonien Schumanns nichts von ihrer Großartigkeit, ganz im Gegenteil.

    Ob heroisch, tänzerisch-heiter, überschwänglich, zärtlich oder düster, melancholisch – die Musik Robert Schumanns ist vielschichtig und sprunghaft. Yannick-Nézet-Séguin hat ein Händchen für die feinen Stimmungsschwankungen und scheut weder Brüche noch Sinnlichkeit.

    Präzise hat Yannick Nézet-Séguin mit dem Chamber Orchestra of Europe am Detail gearbeitet – herausgekommen ist eine transparente, sehr klare Interpretation. Wendig und leicht wirkt das Orchester trotz straffer Tempi und verleiht Schumanns Musik eine spritzige Strahlkraft, die begeistert. (mvh)

    • Samstag, 5. April 2014, 07.35 und 17.15 Uhr.
    • Sonntag, 6. April 2014, 09.35 Uhr.


    © Hänssler Classic

  • Gewinnspiel
  • Archiv
  •   Minetti Quartett spielt Beethoven.

    Beethoven: Streichquartette
    Interpret(en): Minetti Quartett
    Label: hänssler Classic
    EAN: 4010276026655
     

    2003 wurde das Minetti Quartett an der Wiener Musikuniversität gegründet. Seit der „Rising Star“-Saison 2008/09 ist es auf den Bühnen der bedeutendsten europäischen Konzerthäuser zu erleben. Nach Aufnahmen mit Quartetten von Haydn und Mendelssohn widmet sich das Minetti Quartett in seiner neuesten bei Hänssler Classic erschienenen CD nun Beethoven.

    Unter den vielen guten bis sehr guten jungen Streichquartetten gibt es einige, die herausragen – dazu gehört zweifellos das Minetti Quartett, das in den zehn Jahren seines internationalen Konzertierens zu einer bemerkenswerten musikalischen Einheit gewachsen ist.

    Die beiden Geigerinnen Maria Ehmer und Anna Knopp, der Bratscher Milan Milojicic sowie der Cellist Leonhard Roczek gehen Beethovens Streichquartette kraftvoll und straff im Tempo an, doch wirkt ihr Spiel stets wohl dosiert und so transparent, dass das Individuum im Ensemble gut zu erkennen ist.

    Neben dem c-Moll Quartett, op 18/4 und dem f-Moll Quartett op. 95 mit dem Beinahmen „Quartetto serioso“ haben sich die vier Musiker auch das G-Dur Quartett Op. 18/2 für diese Einspielung ausgesucht.

    Das Minetti Quartett musiziert Beethoven kompromisslos puristisch: sehr klar phrasiert, die Artikulation pointiert, die Rhythmen präzise. Ernsthaft, entschlossen und ohne viel Aufheben loten die vier jungen Musiker die Nuancen der Musik aus. Eine feine CD. (mvh)

    • Samstag, 29. März 2014, 07.35 und 17.15 Uhr.
    • Sonntag, 30. März 2014, 09.35 Uhr.


    © Sony Classical

  • Gewinnspiel
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  •   Andsnes spielt Beethoven.

    The Beethoven Journey
    Interpret(en): Leif Ove Andsnes, Mahler Chamber Orchestra
    Label: Sony
    EAN: 0888837054829
     

    Seit 2011 befindet sich der norwegische Pianist Leif Ove Andsnes auf einer Reise zu Beethoven - „The Beethoven Journey“ nennt er sein Projekt, bei dem er alle 5 Klavierkonzerte und die Chorfantasie mit dem Mahler Chamber Orchestra einspielt. Nach einer sehr erfolgreichen 1. Aufnahme der Klavierkonzerte 1 und 3 ist nun die 2. CD mit den Klavierkonzerten Nr. 2 und 4 bei Sony classical erschienen.

    Leif Ove Andsnes widmet diese CD seinen Kindern und hat dafür auch einen speziellen Grund: als er im Mai letzten Jahres gerade mit dem Mahler Chamber Orchestra  auf Tournee gehen wollte mit anschließender Aufnahme von Beethovens Klavierkonzert Nr. 2 und 4 kamen die Zwillinge auf die Welt – 12 Wochen früher als erwartet. Er musste alles absagen.

    Heute sind alle wohlauf, es wurde ein anderer Aufnahmetermin gefunden und die CD, die nun vorliegt, ist wunderbar harmonisch geworden. Leif Ove Andsnes empfindet den beiden Klavierkonzerten von Beethoven gegenüber ganz ähnlich wie bei seinen Kindern: sie bringen immer wieder aufs Neue Freude und Überraschung. Zum Beispiel durch einen ganz schlichten Schluss.

    Leif Ove Andsnes, der das Mahler Chamber Orchestra vom Klavier aus leitet, ist eine brillante Interpretation gelungen: die Läufe perlen, dass es eine Freude ist, Tempo und Energie stimmen, die Pianostellen sind hinreißend – wie etwa im Andante con moto aus dem 4. Klavierkonzert.

    Auch das Mahler Chamber Orchestra trägt durch sein ebenso zupackendes wie elegantes Spiel viel zur Atmosphäre dieser CD bei. Souveräne Technik, reife Balance und lebendiges Musizieren – was will man mehr? (mvh)

    • Samstag, 22. März 2014, 07.35 und 17.15 Uhr.
    • Sonntag, 23. März 2014, 09.35 Uhr.


    © Sony Classical

  • Gewinnspiel
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  •   Harnoncourts Mozart.

    Mozart: Haffner, Posthornserenade
    Interpret(en): Concentus Musicus Wien, Nikolaus Harnoncourt
    Label: Sony
    EAN: 888837206822
     

    „Das erste Allegro muss recht feurig gehen. – das letzte – so geschwind als möglich“ schrieb Wolfgang Amadeus Mozart an seinen Vater über die Haffner-Sinfonie. Nikolaus Harnoncourt folgt dieser Anweisung und kostet mit dem Concentus Musicus Wien die Würze der Partitur freudig aus.

    Die Schärfe entsteht dabei natürlich nicht allein durch das Tempo, es ist auch eine Frage der Anschlagskultur, der genauen Artikulation, der rhythmischen Klarheit. All diese Punkte sind untrennbar mit den historischen Instrumenten verbunden, die zu intensiven Farben ebenso fähig sind wie zu schroffen Kontrasten.

    Den Marsch Nr. 1 in D-Dur KV 335 hat Nikolaus Harnoncourt gewählt, um die CD zu eröffnen. Man stelle sich vor, wie 1779 die Salzburger Studenten zu diesen Klängen zum Schloss Mirabell zogen, um dem Fürsterzbischof ihre Aufwartung zu machen, bevor sie sich in die Semesterferien oder ins Berufsleben verabschiedeten.

    Im Schlosshof und vor der Kollegienkirche erklang dann die Posthorn-Serenade, die Mozart als so genannte „Salzburger Finalmusik“ komponiert hat. Benannt ist sie nach dem Signalruf des „Corno di Posta“ das im vorletzten Satz ertönt – entgegen der Anweisung an die Post, in Salzburg niemals das Horn zu blasen. Eine live-Aufnahme mit Biss. (mvh)

    • Samstag, 15. März 2014, 07.35 und 17.15 Uhr.
    • Sonntag, 16. März 2014, 09.35 Uhr.
     


    © harmonia mundi

  • Gewinnspiel
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  •   C.P.E. Bachs Magnificat.

    Magnificat
    Interpret(en): RIAS Kammerchor, Akademie für Alte Musik Berlin, Hans-Christoph Rademann
    Label: HMC
    EAN: 3149020216729
     

    Am 8. März 1714, also vor genau 300 Jahren, wurde Carl Philipp Emanuel Bach geboren. Pünktlich zum Jubiläum ist bei harmonia mundi eine CD erschienen, die ein historisches Konzert vom Palmsonntag 1786 in Hamburg zum Ausgangspunkt nimmt. Damals hatte der 72-jährige Carl Philipp Emanuel Bach ein Benefizkonzert dirigiert mit Höhepunkten der Musikgeschichte und eigenen Werken. Letztere hat nun der RIAS Kammerchor mit vier Solisten und der Akademie für Alte Musik Berlin aufgenommen.

    Die Sinfonie in D-Dur gehört zu den 1780 veröffentlichten „Orchester-Sinfonien mit zwölf obligaten Stimmen“, die Bach Kronprinz Friedrich Wilhelm von Preußen gewidmet hatte. Mit ihr eröffnete der Hamburger Musikdirektor den Teil des Benefizkonzerts, in dessen Zentrum das anschließende Magnificat stand.

    Mit dem Magnificat von 1749 wollte Carl Philipp Emanuel zeigen, dass er zu mehr fähig war, als nur Cembalist Friedrichs des Großen zu sein und Musik für Tasteninstrumente sowie kleinere Ensembles zu komponieren. Vermutlich handelt es sich um sein Bewerbungsstück, um die Nachfolge seines Vaters als Thomaskantor in Leipzig anzutreten. Aus Leipzig wurde schließlich Hamburg.

    Die vier Solisten Elizabeth Watts, Sopran, Wiebke Lehmkuhl, Alt, Lothar Odinius, Tenor, sowie Markus Eiche, Bass, gestalten die empfindsam ausgearbeiteten Arien, der RIAS Kammerchor glänzt insbesondere in der kunstvollen Schlussfuge. Dazu die exzellente Akademie für Alte Musik Berlin unter Hans-Christoph Rademann.

    Nach einer kurzen einleitenden Ariette, die den Propheten Jesaja repräsentiert, wechseln sich Engelsgesang des ersten Chores mit den Stimmen der Völker des zweiten Chores ab: Mit seinem 1776 komponierten doppelchörigen Heilig ist Gott wollte Carl Philipp Emanuel Bach dafür sorgen, dass er nicht so bald vergessen würde. Das ist ihm gelungen, wie diese CD beweist. (mvh)

    • Samstag, 8. März 2014, 07.35 und 17.15 Uhr.
    • Sonntag, 9. März 2014, 09.35 Uhr.


    © AVIE

  • Gewinnspiel
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  •   Mahlers 2. mit dem Wiener Kammerorchester

    2. Mahler für Kammerorchester

    Interpret(en): Marlis Petersen, Janina Baechle, Wiener Singakademie, Wiener Kammerorchester, Gilbert Kaplan
    Label: Avie
    EAN: 0822252229028
     

    In diesen Tagen wird Gilbert Kaplan 73. Er ist ein amerikanischer Unternehmer und Wirtschaftsjournalist, der sein Leben zu einem großen Teil der 2. Symphonie von Gustav Mahler gewidmet hat und fast ausschließlich dieses Werk dirigiert.

    Bereits seine Einspielung mit dem London Symphony Orchestra von 1988 wurde als „Aufnahme des Jahres“ ausgezeichnet, die 2003 erschienene CD mit den Wiener Philharmonikern gilt als meistverkaufte Aufnahme der Auferstehungssymphonie.

    Aller guten Dinge sind drei: nun also eine Aufnahme mit dem Wiener Kammerorchester, der Wiener Singakademie sowie den Solistinnen Marlis Petersen und Janina Baechle. Entstanden war das Projekt, als Gilbert Kaplan klar wurde, dass viele Orchester nie die Möglichkeit haben, seine Lieblingssymphonie zu spielen, bloß weil sie die geforderte Besetzung nicht zusammenbringen.

    Zusammen mit dem Arrangeur Rob Mathes richtete er eine möglichst originalgetreue Version für Kammerorchester ein, die sich mit 56 Musikern an der Orchestergröße orientiert, die Mahler ursprünglich für den 1. Satz vorgesehen hatte. Und beweist so, dass man auch mit der halben Besetzung Mahlers Musik genießen kann. (mvh)

    • Samstag, 1. März 2014, 07.35 und 17.15 Uhr.
    • Sonntag, 2. März 2014, 09.35 Uhr.


    © Outhere

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  •   Te Deum im Schatten des Sonnenkönigs.

    Lully und Charpentier: Te Deum
    Interpret(en): Le Poème Harmonique, Vincent Dumestre
    Label: Outhere
    EAN: 3760014199523

    Mit Tönen französischer Barockmusik wurde 1954 als erste Eurovisionssendung überhaupt das Narzissenfest aus Montreux übertragen. Dass dieses Prélude das Te Deum von Marc-Antoine Charpentier einleitet ist trotz großer Bekanntheit der Eurovisionshymne wohl weit weniger Menschen bekannt.

    Diese neue Aufnahme entstand in der Königlichen Kapelle in Schloss Versailles, dort, wo diese Musik im wahrsten Sinne des Wortes „Zuhause“ ist. In seinem Vorwort im CD-Beiheft erklärt Dirigent Vicent Dumestre seine Herangehensweise. Zum einen verwenden die Trompeter historische Mundstücke, um noch feiner mit den Violinen phrasieren, „swingen“ zu können. Zum anderen besinnen sich die Musiker auf Lehrmeister Jean-Baptiste Lullys und finden mit dem Zeitmaß der langsamsten Stelle seines Te Deums - „Te per orbem“ -, die Tempoverhältnisse aller anderen Stücke. Das strenge Zeitmaß schuldet die kirchenmusikalische Praxis, in der es auch zu Zeiten des Sonnenkönigs Ludwig XIV. wenig Zeit für Proben groß besetzter Werke gab.

    Der geborene Italiener Giovanni Battista Lulli (1632-1687) etablierte im Glanz des Französischen Hofes in Versailes als Monsieur Lully das ziemlich genormte Regelwerk der französischen Barockmusik. Der 11 Jahre jüngere Marc-Antoine Charpentier (1643-1704) stand in seinem Schatten. So orientierte sich der geborene Franzose am italienischen Stil, was der Vergleich der beiden Vertonungen des Te Deum verdeutlicht.

    Der akribische Forscher Vincent Dumestre, sein Ensemble Le Poème Harmonique, die Solisten und die polnische Capella Cracoviensis machen den Unterschied zwischen M.-A. Charpentier und J. B. Lully deutlich hörbar. Und das so lustvoll und klangschön, dass man sich das Te Deum gerne auch zweimal hintereinander anhört – gleich zwei Hauptmahlzeiten auf einmal genießt. Bon appétit! (um)

    • Samstag, 22. Februar 2014, 07.35 und 17.15 Uhr.
    • Sonntag, 23. Februar 2014, 09.35 Uhr.


    © Onyx

  • Gewinnspiel
  • Archiv
  •   Boesch, Martineau und Die Schöne Müllerin.

    Schubert: Die schöne Müllerin
    Interpret(en): Florian Boesch, Malcolm Martineau
    Label: Onyx
    EAN: 0800404112220

    Als Simon war er zuletzt in Schuberts Lazarus im Theater an der Wien zu erleben, auf CD hat Bariton Florian Boesch mit der Winterreise viel Zuspruch erfahren. Nun ist er reif für Die schöne Müllerin – gemeinsam  mit dem Pianisten Malcolm Martineau hat er sie für das Label Onyx aufgenommen.

    Lange hatte Florian Boesch gerätselt, was die letzten beiden Strophen zu bedeuten haben: der Bach, der dem Müller antwortet und von der Liebe, die sich dem Schmerz entringt, den Rosen und Englein singt. Solange er für sich keine einleuchtende Antwort gefunden hatte, schob er eine Aufführung der Schönen Müllerin vor sich her.

    Schließlich kam ihm die Lösung: der Bach als innere Stimme der Vernunft, die den Müller von Anfang an begleitet. Sie verspricht ihm Trost und Überwindung des Liebeskummers. Auf diesen hoffnungsvollen Schluss hat Boesch seine Interpretation aufgebaut. Bei ihm gerät der Müllerbursche in eine romantische Schwärmerei, die rein gar nichts mit der Realität zu tun hat.

    Überzeugend legt Florian Boesch seine psychologisch, sprachlich und musikalisch begründete Analyse dar: die vermeintlich unglückliche Liebe existierte nie, war reine Illusion. Sobald das klar ist, braucht man sich nicht mehr umzubringen, es reicht, sich dem realen Leben zuzuwenden.

    Das Warten hat sich gelohnt: Florian Boesch und Malcolm Martineau gelingt eine meisterhafte Interpretation: sehr klangschön, fein nuanciert und ausdrucksstark. Wer auf der Suche nach einer Aufnahme der Schönen Müllerin ist, sollte zugreifen. (mvh)

    • Samstag, 15. Februar 2014, 07.35 und 17.15 Uhr.
    • Sonntag, 16. Februar 2014, 09.35 Uhr.


    © Sony Classical

  • Gewinnspiel
  • Archiv
  •   Maazel, Bruckner und die Münchner.

    Bruckner: Symphonie Nr. 3
    Interpret(en): Münchner Philharmoniker, Lorin Maazel
    Label: Sony
    EAN: 0888837092920

    Mit 82 Jahren stellte sich Lorin Maazel seiner neuen Herausforderung als Chefdirigent der Münchner Philharmoniker. Mittlerweile in der Mitte seiner Amtszeit von drei Jahren angekommen, erscheint nun der live-Mitschnitt seines Antrittskonzerts aus der Philharmonie im Gasteig vom September 2012. Auf dem Programm stand Bruckners 3. Symphonie.

    Zur Uraufführung 1877 kam noch die zweite Fassung der 3. Symphonie von Anton Bruckner – das Werk wurde von Publikum und Kritikern einhellig abgelehnt. Erst 13 Jahre später wurde die dritte Fassung mit Jubel aufgenommen. Für diese von Leopold Nowak herausgegebene Version hat sich Lorin Maazel bei seinem Antrittskonzert entschieden.

    Auswendig dirigierte er die Münchner Philharmoniker, die ihrerseits auf eine große Bruckner-Tradition verweisen können: Schon vor über 100 Jahren begann Ferdinand Löwe mit ersten großen Bruckner-Konzerten und in die Amtszeit von Siegmund von Hausegger fielen zwei Uraufführungen von Bruckners Symphonien in ihren Originalfassungen. Schließlich wurden Sergiu Celibidaches Bruckner-Konzerte legendär.

    Nun also Lorin Maazel, der altersweise und kraftvoll zugleich den Bruckner-Klang der Münchner Philharmoniker zu lenken versteht. Formal klar, die Tempi mit Bedacht gewählt, liegt hier eine atmosphärisch dichte live-Aufnahme vor. (mvh)

    • Samstag, 8. Februar 2014, 07.35 und 17.15 Uhr.
    • Sonntag, 9. Februar 2014, 09.35 Uhr.


    © DG

  • Gewinnspiel
  • Archiv
  •   Villazón singt Mozartarien.

    Mozart - Concert Arias
    Label: DG
    EAN: 0028947910541
     

    Sein erstes Vokalwerk hat Mozart während eines London Aufenthalts 1765, als Neunjähriger komponiert. Va, dal furor portata ist eine der zwölf eher wenig bekannten Arien, die sich Rolando Villazón für seine neue CD ausgesucht hat. Entdeckt hat er sie zufällig in einem Münchner Musikgeschäft.

    Misero! O sogno o son desto stellt den Sänger vor alle möglichen technischen Herausforderungen. Solche Arien sollten schon damals einem Sänger die Gelegenheit bieten, sich von seiner besten Seite zu zeigen. Einige Arien dienten auch als Einlagearien für die Opern anderer Komponisten wie beispielsweise Con ossequio, con rispetto.

    Rolando Villazón liebt die Energie, die Leidenschaft und den Humor des jungen Mozarts, wobei für ihn stets der Ausdruck im Vordergrund steht. Antonio Pappano teilt diese Liebe und ist in einer Arie sogar auch als Duett Partner mit von der Partie.

    Herrlich geschmeidig und mit großer Strahlkraft singt Rolando Villazón Mozarts Arien, bestens begleitet von Antonio Pappano und dem London Symphony Orchestra – ein Genuss! (mvh)

    • Samstag, 1. Februar 2014, 07.35 und 17.15 Uhr.
    • Sonntag, 2. Februar 2014, 09.35 Uhr.


    © Glossa

  • Gewinnspiel
  • Archiv
  •   La Toison d'or.

    Johann Christoph Vogel: La Toison d'or
    Label: Glossa
    EAN: 8424562016286

    Es gibt noch völlig unbekannte Opern und Komponisten – wie beispielsweise den Mozart-Zeitgenossen Johann Christoph Vogel aus Nürnberg. Dort wurde auch bei den Internationalen Gluck-Festspielen 2012 seine Oper La Toison d’Or wieder aufgeführt. Nun ist der Mitschnitt bei Glossa erschienen.

    Bereits die ersten Töne der Ouvertüre künden düster von der aufziehenden Tragödie: Jason hat Griechenland zusammen mit seinen Kriegern verlassen, um das Goldene Vlies zu erlangen. Seine Frau Hypsipyle folgt ihm. Die niederländische Sopranistin Judith van Wanroij singt die Rolle mit heller, klarer Stimme.

    Doch die Zauberin Medea will Jason für sich haben. Es gelingt Hypsipyle zwar, ihren Mann zur gemeinsamen Rückkehr nach Griechenland zu bewegen, doch Medea schickt ein Unwetter, das Schiff wird vom Blitz getroffen und sinkt. Hypsipyle wird von Medea erstochen. Jean-Sébastien Bou betrauert als Jason ihren Tod.

    Medea verhilft Jason zum Goldenen Vlies, aber als er sich weigert, sie zu lieben, bleibt ihr nur ewiger Hass. Die französische Mezzo-Sopranistin Marie Kalinine übernimmt die umfangreiche und hochdramatische Rolle der Furie.

    Johann Christoph Vogels Oper ist Gluck gewidmet und steht am Übergang zur französischen Romantik. Zu seiner Zeit wurde das Werk nur wenige Male aufgeführt. Nun erwecken es Le Concert Spirituel, der Chor des Staatstheaters Nürnberg sowie ein junges Solistenensemble unter der stilsicheren Leitung von Hervé Niquet zu neuem Leben. (mvh)

    • Samstag, 25. Jänner 2014, 07.35 und 17.15 Uhr.
    • Sonntag, 26. Jänner 2014, 09.35 Uhr.


    © ECM

  • Gewinnspiel
  • Archiv
  •   Hilliard Ensemble - Il Cor Tristo.

    Il Cor Tristo
    Label: ECM
    EAN: 0028948106370

    Als das Hilliard Ensemble im vergangenen Jahr sein 40-jähriges Bestehen feierte, gab das wohl berühmteste Vokalquartett auch seinen Abschied von der Bühne für Dezember 2014 bekannt. Zuvor ist nun bei ECM eine neue CD erschienen „Il Cor Tristo“ – mit Musik zu Texten von Dante und Petrarca.

    Il Cor Tristo – der Titel der CD stammt von der dreiteiligen Komposition Roger Marshs. 2008 vertonte er für das Hilliard Ensemble einige Verse aus der Göttlichen Komödie von Dante Alighieri. Darin wandelt der Erzähler durch die eisige Hölle und stößt dabei mit dem Fuß an den Kopf eines Mannes, der sich beschwert.

    Das zeitgenössische Il Cor Tristo wechselt sich ab mit Renaissance-Liedern zu Gedichten von Francesco Petrarca. Bernardo Pisano gilt als Pionier der frühen italienischen Vokalpolyphonie. Seine 1520 erschienenen Kompositionen wie etwa Or vedi, Amor waren die ersten gedruckten weltlichen Lieder eines einzelnen Komponisten.

    Auch Jacques Arcadelt hat einige der 1470 erstmals veröffentlichten Gedichte Petrarcas vertont wie beispielsweise Tutto ‘l dí piango. Spätere Madrigalkomponisten rühmten seine sanften Harmonien, seine lebendigen Melodien sowie die besonders klare Textdeutung.

    Das Hilliard Ensemble kombiniert wieder einmal reizvoll und gekonnt Renaissance und Moderne. Countertenor David James, den beiden Tenöre Rogers Covey-Crump und Steven Harrold sowie Bariton Gordon Jones gelingt dabei eine meisterhafte Balance zwischen individuellen Stimmen und Ensembleklang. (mvh)

    • Samstag, 18. Jänner 2014, 07.35 und 17.15 Uhr.
    • Sonntag, 19. Jänner 2014, 09.35 Uhr.


    © harmonia mundi

  • Gewinnspiel
  • Archiv
  •   Trio Wanderer spielt Russisches.

    Tschaikowsky, Arensky
    Label: HMC
    EAN: 3149020216125

    Wanderschaft als Motto – das bedeutet für das französische Trio Wanderer sowohl die introspektive Wanderschaft, durch die die drei Musiker eng mit Schubert und der Romantik verbunden sind, aber auch Wanderschaft  im Sinne von Aufgeschlossenheit für das gesamte Repertoire von Haydn bis zur Uraufführung. Auf der gerade bei Harmonia mundi erschienenen CD widmet sich das Trio Wanderer Musik von Tschaikowsky und Arensky.

    Heiter und beschwingt kann es in einem Nachruf durchaus zugehen, wie in Anton Arenskys Klaviertrio Nr. 1 op. 32. Es ist dem Andenken an den Cellovirtuosen Karl Dawidow gewidmet. Der scheint ein liebenswürdiger Mensch gewesen zu sein, so zärtlich klingt die Melodie der Violine, so luftig setzt das Klavier seine Farbtupfer dazu.

    Piotr Tschaikowsky hatte sich lange geweigert, ein Klaviertrio zu schreiben. Und das, obwohl seine Freundin Nadeschda von Meck ihn immer wieder darum gebeten hatte. Seine erklärte Abneigung gegen die Besetzung kann kaum glauben, wer das Klaviertrio op. 50 hört, das Tschaikowsky schließlich zum Tod von Nikolaj Rubinstein komponiert hat.

    Auch bei Tschaikowsky steht weniger die Trauer im Vordergrund als vielmehr ein leidenschaftliches sich Auflehnen gegen die Zumutung des endgültigen Verlusts und gleichzeitig eine innige Liebeserklärung an das Leben und den vertrauten Weggefährten.

    Das reife Zusammenspiel der drei Franzosen begeistert ebenso durch vollendete Phrasierung wie durch sinnliche Ausdruckskraft. Mit dieser klangschönen, perfekt ausbalancierten Aufnahme beweist das Trio Wanderer, dass es zu den besten Klaviertrios unserer Zeit gehört. (mvh)

    • Samstag, 11. Jänner 2014, 07.35 und 17.15 Uhr.
    • Sonntag, 12. Jänner 2014, 09.35 Uhr.


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