Montag, 20. Mai 2013
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CD der Woche-Archiv


© DG

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  •   Beczala und Tauber.

    Mein ganzes Herz
    Label: DG
    EAN: 0289 477 1399
     

    Dein ist mein ganzes Herz aus Franz Lehárs Operette Das Land des Lächelns wurde zu Richard Taubers größtem Erfolg. Unzählige Male hat es der 1891 in Linz geborene Tenor in vielen Sprachen gesungen. Und doch ist es nur einer von zahlreichen Tauber-Hits, die Piotr Beczala in seiner Hommage versammelt, er selbst könnte nicht sagen, welches sein Lieblingslied ist.

    Unterstützt wird Piotr Beczala nicht nur vom Royal Philharmonic Orchestra unter der Leitung von Lukasz Borowicz, sondern auch von anderen Deutsche Grammophon-Künstlern wie dem Mandoline-Spieler Avi Avital in O mia bella Napoli aus Venus in Seide.

    Anna Netrebko, zuletzt Beczalas Partnerin in der Salzburger Bohème, singt hier mit ihm Lippen schweigen, das berühmte Duett aus der Lustigen Witwe.

    Aufgenommen wurde die CD in den Londoner Studios, in denen auch Richard Tauber seine Platten eingesungen hat – und zwar unter Verwendung von Mikrofonen aus der Zeit Taubers. Die Technik macht sogar ein Duett der beiden Tenöre möglich: das von Richard Tauber komponierte Du bist die Welt für mich aus Der singende Traum. Damit geht für Piotr Beczala ein Wunsch in Erfüllung – und die Zuhörer können sich mitfreuen. (mvh)

    • Samstag, 18. Mai, 07.35 und 17.15 Uhr.
    • Sonntag, 19. Mai, 09.35 Uhr.


    © Sony Classical

  • Gewinnspiel
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  •   Volodos spielt Mompou.

    Volodos plays Mompou
    Label: Sony
    EAN: 0887654332622
     
     … zur Anrufung der Freude: welch passender Titel für diese bezaubernde Musik! 1921 ist … pour appeler la joie als letzter Teil des Zyklus Charmes entstanden, einem der Lieblingswerke des 1893 in Barcelona geborenen Federico Mompou.

    Als der vielversprechende junge Pianist Federico Mompou mit 18 Jahren nach Paris kam, war er zu schüchtern, um das Empfehlungsschreiben von Enrique Granados an Gabriel Fauré auszuhändigen. Bescheiden sah er sich später auch nicht als Komponist sondern erklärte „Ich bin nur Musik und zwar die am wenigsten komponierte Musik der Welt“.

    Federico Mompou schuf Miniaturen von großer poetischer Schönheit. Das, was er zu sagen hatte, brachte er so einfach wie möglich auf den Punkt. Auf ganz eigene Weise blieb er dabei stets der tonalen Tradition treu und lehnte die Intellektualisierung der Musik der Avantgarde ab. Ihm ging es um die klangliche Darstellung eines Bewusstseinszustands, nicht um die Entwicklung einer Idee oder einer Geschichte.

    Ein brillanter Virtuose wie Arcadi Volodos kann es sich glücklicherweise erlauben, den musikalischen Haikus des zu Unrecht weitgehend vergessenen Federico Mompou zu neuer Aufmerksamkeit zu verhelfen. Eine äußerst gelungene Wiederentdeckung! (mvh)

    • Samstag, 11. Mai, 07.35 und 17.15 Uhr.
    • Sonntag, 12. Mai, 09.35 Uhr.


    © DG

  • Gewinnspiel
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  •   Galliano spielt Vivaldi.

    Vivaldi
    Label: DG
    EAN: 0028948102679
     

    Als hätte Vivaldi selbst für das Akkordeon geschrieben: so natürlich klingen Richard Gallianos Bearbeitungen. Er destilliert das Wesentliche der Ursprungskomposition heraus und schafft damit etwas ganz Eigenes. Im Winter etwa beginnt das Akkordeon mit einem eisigen Wind, der einen schon einmal den imaginären Mantelkragen hochschlagen lässt, bevor die berühmten Geigenstakkati einsetzen.

    Der 62-jährige Richard Galliano sieht die Vier Jahreszeiten als Lebenslauf und weiß dabei auch die Schönheit des Winters zu schätzen. Während er in seinen jungen Jahren virtuos versucht hat, mit dem Akkordeon ein ganzes Orchester zu ersetzen, so braucht man für die Einfachheit eine gewisse Reife. Sie kommt besonders schön in den langsamen Sätzen zum Ausdruck.

    Wie schon bei Bach fügt sich Richard Gallianos Akkordeon äußerst harmonisch in das Ensemble des Streichquintetts. Hier machen sechs Meister ihrer Instrumente einfach in jeder Hinsicht fantastische Musik: die Energie stimmt, das Zusammenspiel ist eine Freude, Virtuosität und Musikalität begeistern. Ein frischer, zeitloser und eigenständig-authentischer Vivaldi! (mvh)

    • Samstag, 4. Mai, 07.35 und 17.15 Uhr.
    • Sonntag, 5. Mai, 09.35 Uhr.


    © BIS

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  •   Telemann Ouvertüren.

    Telemann: Ouvertures pittoresques
    Label: BIS
    EAN: 7318599919799

    Georg Philipp Telemann galt als der bedeutendste deutsche Komponist seiner Zeit. Als Musikdirektor der Hansestadt Hamburg war er für die fünf Hauptkirchen und die Oper am Gänsemarkt zuständig.

    Im weltoffenen Hamburg war Telemann an der richtigen Stelle, um seinen sogenannten „vermischten Geschmack“ zu entwickeln – eine Mischung aus deutschen, französischen und italienischen Stilelementen.

    Mit der aus Frankreich stammenden Ouvertürensuite hat sich Telemann sein Leben lang beschäftigt und davon über einhundert verfasst, darunter einige charakterisierende Ouvertüren, wie etwa die Völker-Ouvertüre. Darin werden die Türken, die Schweizer, die Portugiesen und die Moskauer musikalisch beschrieben.

    Egal ob Nationen, Harlekins, Hinkende oder eingebildete Kranke – alle Telemann’schen Charakterisierungen werden durch Arte dei Suonatori unter der Leitung von Martin Gester pointiert und in feinen Schattierungen gestaltet. Ein Vergnügen! (mvh)

    • Samstag, 27. April, 07.35 und 17.15 Uhr.
    • Sonntag, 28. April, 09.35 Uhr.


    © Actes Suds

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  •   Debussy im Originalklang.

    Debussy: La mer + Première Suite d'Orchestre
    Label: Actes Sud
    EAN: 3149028023220

    Frisch und vollkommen unverstaubt kommt sie daher, die Première Suite d’Orchestre. Dabei hat das lange verschollen geglaubte Frühwerk des 21- jährigen Claude Debussy Jahrzehnte in einer Bibliothek in New York geschlummert.

    Musikwissenschaftler fanden die beiden Manuskripte – eine orchestrierte Fassung und eine für zwei Klaviere. Allerdings existierte der dritte Satz Rêve nur in der Klavierversion. Aus ihr hat der französische Komponist Philippe Manoury die Orchestrierung gefertigt, so dass die gesamte Première Suite d’Orchestre im Debussy-Jahr 2012 von Les Siècles aufgeführt werden konnte.

    Was für ein Live-Mitschnitt! So lebendig, so lichtdurchflutet und sinnlich klingt dieses Werk von 1883-84, als Debussy gerade dabei war, seine Studien am Pariser Conservatoire zu beenden.

    Die Mitglieder von Les Siècles musizieren unter der Leitung von François-Xavier Roth auf Instrumenten der Zeit: ganz klar, präzise und transparent und dabei so fein nuanciert, intensiv und schwungvoll, dass es eine Freude ist. Das gilt ebenso für La mer, das diese sensationelle Weltersteinspielung ergänzt. (mvh)

    • Samstag, 20. April, 07.35 und 17.15 Uhr.
    • Sonntag, 21. April, 09.35 Uhr.


    © Avanti classic

  • Gewinnspiel
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  •   Tango Rhapsody.

    Tango Rhapsody
    Label: Avanti Classic
    EAN: 5414706103326

    Als Solisten nehme man zwei Pianisten, dazu ein Orchester, verwende die gute alte Konzertform, in der sich die Solisten virtuos in Szene setzen können, würze mit einer Prise Hollywood und ganz viel Tango: Heraus kommt Tango Rhapsody, ein Konzert für zwei Klaviere und Orchester, das der Argentinier Federico Jusid für das Duo Lechner Tiempo komponiert hat.

    Die beigefügte DVD zur Tango Rhapsody ist ungewöhnlich sehenswert. Während sie das Konzert spielen, inszenieren die Geschwister dabei amüsant die Geschichte der Tango Rhapsody: Natürlich - wie könnte es anders sein - geht es um einen Mann und eine Frau, Verführung, Liebe, Leidenschaft, Streit, Einsamkeit, Versöhnung…

    Mit ihren unterschiedlichen Stimmungen und rhythmischen Raffinessen, den virtuosen Soloparts sowie der abwechslungsreichen Instrumentation ist Federico Jusids Tango Rhapsody ein Gewinn für das Repertoire an Konzerten für zwei Klaviere und Orchester. Vorausgesetzt natürlich, die Interpreten sind so Tango-affin wie das Duo Lechner Tiempo, für die der Tango einen Teil ihrer Kindheit ausmacht.

    Das Orchestra della Svizzera Italiana unter der Leitung von Jacek Kaspszyk begleitet die beiden Pianisten kompetent bei dieser Live-Aufnahme vom Progetto Martha Argerich Festival in Lugano. Wunderbar ergänzt wird sie durch Tango-Duos von Pablo Ziegler und Astor Piazzolla wie etwa Adios Nonino. (mvh)

    • Samstag, 13. April, 07.35 und 17.15 Uhr.
    • Sonntag, 14. April, 09.35 Uhr.


    © Oehms classics

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  •   Symphonie fantastique.

    Berlioz: Symphonie fantastique
    Tonkünstler-Orchester Niederösterreich, Andrés Orozco-Estrada


    Oehms Classics 4260034868694

    In Hector Berlioz‘ Symphonie fantastique erwacht der Frühling auf einmal so intensiv, dass man warme Sonnenstrahlen und eine umwerfende Blütenpracht vor Augen hat, deren Duft man zu riechen vermeint. Das passende Ambiente für aufkommende Frühlingsgefühle.

    Der 27-jährige Berlioz komponierte seine Symphonie fantastique tatsächlich im Frühjahr 1830. Damals war der noch unbekannte Komponist einer britischen Schauspielerin verfallen: ohne sie persönlich zu kennen steigerte er sich immer mehr in seine Passion hinein. Schließlich lernte er Harriet Smithson tatsächlich kennen und heiratete sie sogar – doch die Ehe verlief unglücklich, nach 11 Jahren trennten sich die beiden.

    Die fünf Sätze der Symphonie fantastique schildern eine Episode aus dem Leben eines Künstlers. Dieser erlebt die Geliebte immer nur aus der Entfernung. Als er seine hoffnungslose Situation nicht länger erträgt, greift er zu Opium und verfällt in wüste Träume, die in einem Hexensabbat enden. Berlioz ließ das Programm ans Publikum verteilen, da er es zum Verständnis des Werkes unerlässlich fand.

    In klanglicher und orchestraler Hinsicht stellt die Symphonie fantastique einen gewaltigen Modernisierungsschub für die Symphonik dar. Andrés Orozco-Estrada und das Tonkünstler-Orchester Niederösterreich bringen ihre Farben zum Leuchten. Energie, Spannung und Balance stimmen: Diese Live-Aufnahme vom 7. Oktober 2012 aus dem Wiener Musikverein ist das Dokument einer glücklichen Zusammenarbeit. (mvh)

    • Samstag, 6. April, 07.35 und 17.15 Uhr.
    • Sonntag, 7. April, 09.35 Uhr.

     


    © Decca

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  •   Julia Leshneva: Alleluia.

    Julia Leshneva: Alleluia
    Julia Lezhneva, Il Giardino Armonico, Giovanni Antonini


    Decca 028947852421  

    Nachdem sich Julia Leshneva auf ihrem letzten Soloalbum unter der Leitung ihres Mentors Marc Minkowski dem Belcanto Rossinis gewidmet hatte, wählte sie nun Motetten: Mozarts Exultate, jubilate war der Ausgangspunkt. Dazu kam Händel.

    Für eine Feier des Karmeliterordens in Rom zum Gedenktag der Jungfrau Maria vom Berge Carmel verfasste Händel seine Motette Saeviat tellus inter rigores. Deren endlos scheinende Phrasen gestaltet Julia Leshneva mit langem Atem geradezu instrumental. Besonders reiche Koloraturen finden sich im Alleluia.

    Titelgebend ist das Alleluia, weil es alle vier Motetten beschließt, auch Vivaldis In furore iustissimae irae.

    Julia Leshneva führt ihre klare Stimme flink, geschmeidig und mit großer Natürlichkeit durch die virtuosesten Partien – wie etwa die für ihre Triller berühmte Arie Care Deus cordis amantis von Nicola Porpora.

    Giovanni Antonini und Il Giardino Armonico sind für Julia Leshneva verlässliche und einfühlsame Begleiter. Eine feine CD! (mvh)

    • Samstag, 30. März, 07.35 und 17.15 Uhr.
    • Sonntag, 31. März, 09.35 Uhr.

     


    © Gramola

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  •   Clara, Johannes und das Eggner Trio.

    Brahms und Clara Schumann: Klaviertrios
    Eggner Trio

    Gramola 9003643989771

    Spätestens seit das Eggner Trio 2003 den 1. Preis beim Internationalen Kammermusik Wettbewerb in Melbourne gewonnen hat, ist man auch international auf die drei Eggner Brüder aufmerksam geworden. Nun ist bei Gramola die neueste CD erschienen mit Klaviertrios von Johannes Brahms und Clara Schumann.

    Es ist immer wieder überraschend, was für riesige Zweifel Johannes Brahms Zeit seines Lebens geplagt haben. Da nützten auch großes Lob und Zuspruch seitens der Freunde Joseph Joachim und Robert Schumann nichts.

    Seine Klaviertrios aus jungen Jahren veröffentlichte Brahms erst gar nicht. Als er sich 26 Jahre später wieder dem Klaviertrio zuwandte, sah es nicht viel anders aus. Erst weitere 2 Jahre später vollendete er in Ischl sein C-Dur Trio op. 87. Clara Schumann fand das Andante „wundervoll“.

    Auch Clara Schumann stellte sich der Herausforderung Klaviertrio, doch als Frau – und nicht zu vergessen mit Robert als Ehemann - hatte sie noch mit weit mehr Schwierigkeiten zu kämpfen als bloßen Selbstzweifeln. Immerhin ging die öffentliche Kritik milder mit ihrem Werk um, als sie selbst es tat.

    Das Eggner Trio stellt die beiden großen Zweifler Johannes Brahms und Clara Schumann mit ihren Klaviertrios einander gegenüber. Wie schade, dass diese nicht hören können, wie sorgfältig und liebevoll die drei Brüder Georg (Violine), Florian (Cello) und Christoph (Klavier) mit ihren Werken umgehen! (mvh)

    • Samstag, 23. März, 07.35 und 17.15 Uhr.
    • Sonntag, 24. März, 09.35 Uhr.

     


    © DG

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  •   Mahler, Berg, Boulez.

    Mahler: Das klagende Lied, Berg: Lulu-Suite
    Wiener Philharmoniker, Pierre Boulez, Anna Prohaska, Dorothea Röschmann, Anna Larsson, Johan Botha


    DG 477 9891

    Gänsehaut dank Glückseligkeit oder Gänsehaut vor lauter schönem Schauer? Das ist hier die Frage. Oder auch nicht. Gustav Mahlers Märchenkantate vom „Klagenden Lied“ entzückt die Hörer jedenfalls, egal in welcher Fassung, hier in der zweiteiligen Version von 1898 eingespielt.

    Die Geschichte nach den Gebrüdern Grimm ist schnell erzählt: Stolze Königin stellt Ansprüche an ihre Freier. Sie bekommt den Richtigen. Denkt sie. Herr König entpuppt sich durch Spielmann und Zauberflöte als Brudermörder. Das Reich geht den Bach runter. Und wieder kein Happy End. Was traurig klingt, wird dank der Wiener Philharmoniker und Pierre Boulez zu genau dem Klangerlebnis, welches „Das klagende Lied“ sein soll. Nämlich eine Mischung aus rührselig, schockierend, überirdisch und doch zutiefst erdverbunden. Gefeiert und aufgenommen wurde hier das Eröffnungskonzert von den Salzburger Festspielen 2011. Die Konzertvereinigung Wiener Staatsopernchor fand in Dorothea Röschmann, Anna Larsson und Johan Botha kongeniale solistische Partner.

    Kongenial gibt sich auch das weitere Programm dieses überaus feinen Abends.
    Mit Alban Bergs „Lulu-Suite“ ist hier die logische Fortsetzung von Mahlers Klangwelt vertreten. Wobei der Mahler-Verehrer Berg die Ideen natürlich in sein eigenes, intim zwölftonales Korsett geschnürt hat. Die „Lulu“ ist ja nicht unbedingt die fröhlichste Geschichte. Die Sopranistin Anna Prohaska verleiht an Boulez‘ Seite mit ihrem bezaubernd frischen Timbre Wedekinds Drama eine unglaublich persönliche Note. So werden auch Kritiker der Tiefenpsychologie mit dem schweren Stoff versöhnt. Wobei auch der absolute, philharmonische 3D-Sound hilft. (dw)

    • Samstag, 16. März, 07.35 und 17.15 Uhr.
    • Sonntag, 17. März, 09.35 Uhr.


    © Audite

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  •   Brahms und die Klarinette.

    Brahms: Klarinettenkammermusik
    Laura Ruiz Ferreres, Christoph Berner, Danjulo Ishizaka, Mandelring Quartett


    Audite 4022143916624

    Die Spanierin Laura Ruiz Ferreres ist Anfang 30 und gilt als eine der talentiertesten Klarinettistinnen ihrer Generation. Die Professorin an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Frankfurt am Main gehört zu den wenigen, die die beiden Griffsysteme der Klarinette – Französisch und Deutsch – perfekt beherrscht. Nun hat sie bei Audite sämtliche Kammermusikwerke für Klarinette von Johannes Brahms eingespielt.

    Die Klarinette inspirierte Johannes Brahms zu seinem allerletzten Spätwerk, nachdem er 58-jährig und gesundheitlich angegriffen eigentlich schon mit allem abgeschlossen hatte. Die Klarinette in Gestalt des Thüringer Soloklarinettisten Richard Mühlfeld, der als Geiger an die Meininger Hofkapelle gekommen war und sich das Klarinettespiel selbst beigebracht hatte. Der Ruf seines runden, noblen Tons war legendär.

    Im Sommer 1891 schrieb Brahms im Feriendomizil Ischl das berühmte Quintett für Klarinette und Streichquartett sowie ein Trio. Beide Werke wurden im privaten Kreis der Meininger Herzogsfamilie von Mühlfeld, Brahms am Klavier und dem Quartett seines Freundes Joseph Joachim uraufgeführt.

    Laura Ruiz Ferreres hat für diese Aufnahme mit dem Mandelring Quartett sowie dem Pianisten Christoph Berner und dem Cellisten Danjulo Ishizaka ebenfalls hervorragende Musiker um sich geschart.

    Brahms‘ Kammermusikwerke für Klarinette sind bei Laura Ruiz Ferreres und ihren musikalischen Partnern in den besten Händen: Wunderbarer Ton und Phrasierung, feine Nuancen, wohl ausbalancierte Klangmischung – Kammermusik vom Feinsten! (mvh)

    • Samstag, 9. März 2013, 07.35 und 17.15 Uhr.
    • Sonntag, 10. März 2013, 09.35 Uhr.

     


    © Decca

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  •   Kaufmann. Wagner.

    Jonas Kaufmann: Wagner
    Chor und Orchester der Deutschen Oper Berlin
    Donald Runnicles

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    Decca 478 5189

    War bisher das Wagner-Jahr 2013 in diskographischer Hinsicht hauptsächlich von umfangreichen und enzyklopädischen Editionen geprägt, liegt mit dem Arien-Album von Jonas Kaufmann die erste relevante Neueinspielung vor. Die Auswahl ist insofern mutig, da nicht nur „Tenor-Schlager“ enthalten sind, sondern auch Stücke, die auf den ersten Blick nicht so reißerisch sind. Ausschnitte aus Rienzi, Tannhäuser, Lohengrin, Meistersinger, Walküre und Siegfried stehen den Wesendonck-Liedern gegenüber, die nur relativ selten von Männern eingesungen wurden. Jonas Kaufmann dazu: „Im Text gibt es keinen Hinweis auf das Geschlecht des Erzählers. Und wenn Frauen die Winterreise aufnehmen, sollte es kein Sakrileg sein, wenn ein Mann die Wesendonck-Lieder singt.“

    Chor und Orchester der Deutschen Oper Berlin unter Donald Runnicles begleiten. Wiener Opernfans werden immer noch gerne an seine Ring-Zyklen an der Staatsoper denken. Auf CD konnte Runnicles bislang nicht in vergleichbarer Weise überzeugen. Hier ist das anders: tontechnisch hervorragend in Szene gesetzt, ziehen Runnicles und Kaufmann alle Register und „spielen“ die Szenen mit faszinierender Intensität.

    Die CD verlangt Aufmerksamkeit, die dynamische Bandbreite ist ungeheuer hoch: Das Gebet Rienzis beginnt extrem leise und langsam und entwickelt sich in allen Dimensionen. Ebenfalls hat man den Anfang der Gralserzählung selten so leise und intim vernommen – abgesehen davon, dass man diese Version der Gralserzählung praktisch nie zu Gehör bekommt. Kaufmann und Runnicles haben sich für die zweitstrophige Urfassung entschieden.

    Kaufmann beweist mit diesen Aufnahmen seine Sonderstellung unter den heutigen Wagnertenören: gute Stimme, präzise/wortdeutliche  Aussprache, große Dramatik und packende Gestaltung.

    Zwei Beispiele sollen das demonstrieren: Die dem Papst in den Mund gelegten Worte aus Tannhäusers Romerzählung haben selten so bedrohlich geklungen, obwohl bzw. weil sie mit so einer flüsternden Fistelstimme gesungen werden.

    Das Gegenteil hört man im Schwertmonolog – so lange, kraftvolle Wälserufe sind schon lang nicht mehr auf Tonträger erschienen.

    Kaufmann-Fans und Wagnerianer werden ihre Freude an dieser CD haben. (cw)

    • Samstag, 2. März 2013, 07.35 und 17.15 Uhr.
    • Sonntag, 3. März 2013, 09.35 Uhr.


    © harmonia mundi

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  •   Goerne-Schubert-Edition: Erlkönig.

    Schubert: Erlkönig
    Matthias Goerne, Andreas Haefliger


    HMC 3149020214121

    Bei harmonia mundi erscheint im Laufe der kommenden Jahre eine Serie von zwölf CDs mit den schönsten Liedern von Franz Schubert, die "Goerne-Schubert-Edition". Der aus Weimar stammende Bariton Matthias Goerne ist inzwischen bei Vol. 7 angekommen: Erlkönig. Begleitet wird er diesmal vom Schweizer Pianisten Andreas Haefliger.

    Dramatischer Höhepunkt und Zentrum dieses Albums ist die titelgebende Vertonung von Goethes berühmtem Erlkönig. Selten kann ein Interpret wie hier in einem Lied in gleich vier verschiedene Rollen schlüpfen: Erzähler, verzweifelter Sohn, beruhigender Vater und lockender Erlkönig. Matthias Goerne gelingt die Verwandlung mühelos.

    Wie Matthias Goerne die romantischen Texte auf eine natürliche Art, ohne zu übertreiben erzählt, ist wahrlich hohe Kunst. So angenehm unaufgeregt wirken Schuberts Lieder besonders edel und poetisch, wie etwa das bezaubernde Am See.

    Klangschön, mit warmer, samtiger Stimme singt Matthias Goerne Schuberts Lieder. Dabei wird er von Andreas Haefliger einfühlsam und kongenial am Klavier begleitet.

    Fein nuanciert bieten Matthias Goerne und Andreas Haefliger eine überlegte Schubert-Interpretation auf der Höhe unserer Zeit. Ein Muss für Schubert-Liebhaber. (mvh)

    • Samstag, 23. Februar 2013, 07.35 und 17.15 Uhr.
    • Sonntag, 24. Februar 2013, 09.35 Uhr.

     


    © Decca

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  •   Rhapsody in Blue.

    Rhapsody in Blue, Werke für Klavier und Orchester
    Benjamin Grosvenor, Royal Liverpool Philharmonic Orchestra, James Judd


    Decca 478 3527

    Was für ein Wunderkind. Mit 11 Jahren ging er bei der BBC Young Musician Competition als klarer Sieger hervor. 2011, gerade 18-jährig war er der jüngste Solist, der je beim Eröffnungskonzert der legendären Londoner „Proms“-Konzerte auftrat. So hat Benjamin Grosvenor, mittlerweile stolze 20 Jahre alt, den Plattenvertrag beim Traditionslabel in der Tasche – damit ist er der erste britische Pianist seit 40 Jahren, der bei der Decca unter Vertrag genommen wurde.

    Es wird ernst. Beim Anhören seiner ersten konzertanten Einspielung wird deutlich, wie intensiv er den Nimbus vom Wunderkind ablegt und zum ernsthaften, jungen Mann heranreifen möchte. Zum Gelingen dieses Projektes steht ihm perfekt unterstützende Klavierliteratur zur Seite: so begegnet dem Hörer Camille Saint-Saëns 2. Klavierkonzert g-Moll Opus 22, auf trockene Weise, ohne Weichzeichner, einfach große Kunst. Nicht die oftmals beliebte Parfümierung im Anschlag steht bei Grosvenor im Vordergrund, er macht sich wirklich Gedanken über die gesungene Poesie in dieser Perle der französischen Romantik. Ausdrucksstärke, gepaart mit Delikatesse zählt hier. Emotioneller Tiefgang ist tatsächlich spürbar, soweit das bei dem plakativen Werk möglich ist.

    Das Royal Liverpool Philharmonic Orchestra unter der Leitung von Landsmann James Judd sind kongeniale Partner für den jungen Pianisten. Maurice Ravels meisterhaftes G-Dur Konzert versprüht frischen dialogischen Charme, über allem steht der Geist des jungen Jazz. Der zweite Satz wird ein unglaublich kontemplatives Erlebnis – alle Weisheit dieser Welt steckt in zehn Fingern.

    Zurück zum Jazz. Als logische Nachfolge Ravels kann Gershwins „Rhapsody in Blue“ gelten - hier zu erleben in Grofés so persönlicher Fassung für Jazzband.
    Fazit: Benjamin Grosvenor gelang die Metamorphose vom Wunderkind zum seriösen Künstler, seine kommenden Projekte dürfen mit Spannung erwartet werden. (dawa)

    • Samstag, 16. Februar 2013, 07.35 und 17.15 Uhr.
    • Sonntag, 16. Februar 2013, 09.35 Uhr.


    © Lindoro

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  •   En er mundo.

    En Er Mundo
    The Royal Wind Music, Paul Leenhouts


    Lindoro 8436003830146

    Wohl kaum ein Instrument ist gleichzeitig so verbreitet und so wenig bekannt wie die Blockflöte. Denn fast jeder hat irgendwann einmal als Kind ein bisschen Blockflöte gelernt – und dabei nicht kennengelernt, was für ein tolles Instrument das ist, wenn man es wirklich spielen kann. Das zeigen die Musiker von The Royal Wind Music auf ihrer neuen CD En er mundo, die bei Lindoro erschienen ist.

    En er mundo, den berühmten pasodoble von Juan Carlos Quintero Muñoz, haben sich The Royal Wind Music als Titel für die CD ausgesucht, weil sie auf ihr eine musikalische Weltreise unternehmen.

    Von der spanischen Fiesta führt die Reise an die Strände Brasiliens, man durchstreift akustisch die herbstlichen Straßen von Buenos Aires, betrachtet den Mond über einem japanischen Schloss, träumt in Finnland, bewundert die Amsterdamer Tulpen, tanzt in Rumänien oder in einem irischen Pub.

    The Royal Wind Music ist ein internationales Ensemble aus Absolventen des Amsterdamer Conservatoriums. Spezialisiert haben sich die 13 Musiker auf Renaissance-Musik. Paul Leenhouts leitet das Ensemble und arrangiert auch die Stücke für das Consort, dessen Instrumente vom 15 cm kleinen Sopranino bis zum 3 Meter hohen Subkontrabass reichen und nach Modellen von Bassano aus dem Kunsthistorischen Museum in Wien gebaut wurden.

    Jedes dieser 33 Stücke wurde bearbeitet, um auf Konzertreisen als Zugabe ein Geschenk an das jeweilige Publikum aus der eigenen Musiktradition präsentieren zu können. Eine herrliche Mischung aus Kleinodien, von echten Könnern mit viel Spielfreude aufgenommen! (mvh)

    • Samstag, 9. Februar 2013, 07.35 und 17.15 Uhr.
    • Sonntag, 10. Februar 2013, 9.35 Uhr.

     


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